Sehr geehrte Gäste unserer Gemeinde,  liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 
auf der offiziellen Homepage der Gemeinde Burgkirchen a.d.Alz heiße ich Sie herzlich willkommen. Mit unserem Internet-Auftritt möchten wir Sie einerseits umfassend über unsere lebenswerte Gemeinde informieren, und andererseits Ihr Interesse an mehr wecken.

Ausländerkinger-Pflegestätte

 

ALOIS REMMELBERGER:
 

Zwangsarbeit in der Landwirtschaft und die Errichtung der Ausländerkinder-Pflegestätte in Burgkirchen a.d.Alz in der Zeit des Nationalsozialismus 1943/45

 

Einleitung

 
Wenig Beachtung  in der Forschung  hat bisher die Zwangsarbeit in der Landwirtschaft während des Nationalsozialismus gefunden. Insbesondere die Auswirkungen der Zwangsarbeit in unserer Heimat wurden kaum erforscht. 1)
 
Lediglich 1985 hat Peter Jungblut, Historiker und Journalist, erstmalig in einem  Zeitungsartikel  1988 über die Geschichte des Fabrikstandortes Gendorf und über die dortige Außenstelle des KZ-Lagers Dachau wissenschaftlich berichtet. Am 28. Februar 1989 wurde in Burgkirchen a.d.Alz von ihm eine Broschüre „Tod in der Wiege“ vorgestellt, in der er ausführlich auf 50 Seiten über die Entstehung und über die Zustände in der Ausländerkinder-Pflegestätte Burgkirchen berichtet.  Insbesondere wurden von ihm die  schlimmen Zustände im Rüstungsbetrieb ANORGANA  in Gendorf beleuchtet. 2)
 
Als Ortsheimatpfleger von Burgkirchen a.d.Alz habe ich 2018 versucht, mehr über die Mütter, die in der Pflegestätte entbunden haben und über die Todesursachen der Kinder zu erforschen. Die überwiegende Mehrheit der Mütter arbeitete nicht  wie allgemein angenommen  in der Rüstungsindustrie – zum Beispiel  den Werken Gendorf oder Kraiburg – sondern auf Bauernhöfen in den  Landkreisen  Altötting und  Mühldorf!
Im Folgenden sollen die neuen Erkenntnisse  kurz zusammengefasst werden.
 
 

Einrichtung von Entbindungsheimen für Ostarbeiterinnen und Polinnen  in Gendorf und Kraiburg

 
Beim Aufbau des Werkes Gendorf ab 1939 wurden sehr viele Arbeitskräfte benötigt. Nachdem der Bedarf mit heimischen Kräften nicht mehr gedeckt werden konnte, wurden ab Ende 1939 „Fremdarbeiter“ aus dem besetzten Polen eingesetzt, später auch aus der Ukraine und Russland. Weitere Arbeiter wurden aus Italien und Frankreich über die Arbeitsvermittlung angeheuert, aber auch aus anderen europäischen Ländern. Zu den zivilen Fremd- und Zwangsarbeitern  kamen im Lauf des Zweiten Weltkrieges noch viele Kriegsgefangene aus dem Osten hinzu.
 
So waren zeitweise mehr als 2.000 Fremd- und Zwangsarbeiter im Lager Gendorf in Holzbaracken untergebracht. Das Lager, das auf Gemeindegebiet Emmerting zwischen dem eigentlichen Werk Gendorf und der Alz lag, wurde von der Deutschen Arbeitsfront (DAF) beaufsichtigt, Verantwortlich war der DAF-Kreisobmann Georg Schmid, der den Zwangsarbeitereinsatz leitete.
 
FOTO 1  Barackenlager  Anorgana Gendorf um 1945 (Foto: Gemeindearchiv Burgkirchen a.d.Alz)
 
Fremd- und Zwangsarbeiterinnen, die schwanger wurden, wurden  in den ersten Kriegsjahren in ihre Heimat abgeschoben  oder konnten einen Schwangerschaftsabbruch in einem Krankenhaus oder im Wohnlager Gendorf  vornehmen lassen. Ab 1942, als der Mangel an Arbeitskräften zunahm, entschieden die NS-Verantwortlichen (1943 Erlass Reichsführer Himmler), die Frauen nicht mehr abzuschieben, sondern die Schwangeren in neu zu errichtende Entbindungs- und Kinderheime zu bringen, in denen sie die Kinder zur Welt bringen konnten, um anschließend wieder die Arbeit aufzunehmen.
In einem Schreiben vom 21. Juli 1943 weist der Landrat von Altötting  diesbezüglich die Bauern scharf an:
„Wegen Überfüllung des Durchgangslagers Dachau  sowie der Krankenhäuser  hat der GBA (Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz) mit Erlass angeordnet, dass trotz der bestehenden Abneigung der Bauern von den Betrieben grundsätzlich verlangt werden muss, die Entbindung und Betreuung der Kinder  in den Betrieben zu ermöglichen.  3)
Der Landrat  von Mühldorf schildert diese Problematik  in einem Schreiben  vom August 1943:
 „Bei dieser Gelegenheit weise ich auf ein Problem hin, das vom biologischen Standpunkt aus eines der ernsteren unseres gesamten völkischen Lebens ist, das schon im kommenden Jahr 1944 im Reichsgebiet in vielen tausenden Fällen akut werden wird und das deshalb einer umgehenden und zentralen Lösung bedarf; das Problem der Entbindung der ausländischen Arbeiterinnen, vor allem der Polinnen und der Ostarbeiterinnen. Auf Grund der absolut notwendigen Absonderung deutscher Kinder von den Kindern von Polinnen und Sowjetrussinen  wurden auf die Initiative des Kreisleiters  Fritz Schwägerl  in Zusammenarbeit von Arbeitsamt, DAF und Rüstungsbetrieb  im Rüstungsbetrieb der DSC Kraiburg und im Rüstungsbetrieb Gendorf (Anorgana) je ein Entbindungsheim für Ostarbeiterinnen bzw. Polinnen im Landkreis Mühldorf und  Altötting mit anschließender Verwahrung der Kleinkinder geschaffen. Beide Entbindungsheime sind jetzt schon überfüllt; nach den übereinstimmenden Feststellungen des Leiters des Arbeitsamtes der DAF-Kreisverwaltung und der Betriebe ist für das kommende Jahr eine „Hochflut“ von Entbindungen der im Kreisgebiet eingesetzten Ostarbeiterinnen und  auch Polinnen zu erwarten. Die Verhältnisse werden auch in anderen Gebieten ähnlich sein; eine Untersuchung und Lösung dieses biologisch, rassenmäßig und arbeitseinsatzmäßig äußerst brennenden Problems durch alle zuständigen Stellen von Partei und Staat, vor allem durch die in erster Linie zuständige Arbeitseinsatzverwaltung erscheint dringend notwendig.“  4)
 
 
So ließ die Werkleitung Gendorf ein solches Entbindungsheim im Wohnlager auf Emmertinger Gemeindegebiet errichten. Ab Anfang 1943 konnten dort die schwangeren Arbeiterinnen aus dem Werk Gendorf und vereinzelt aus der Landwirtschaft  im Landkreis Altötting  entbinden und ihre Kinder unterbringen. Die erste Ostarbeiterin entband dort am  30. August 1943. Da dieses Entbindungsheim auf Emmertinger Gemeindegebiet lag, wurden die Geburten im Standesamt Emmerting eingetragen. Es wurden vom Emmertinger Standesbeamten  insgesamt 59 Geburten von Ostarbeiterinnen eingetragen. 
Ein  evtl. Tod der Kinder wurde folglich  im Sterberegister des Standesamtes Emmerting eingetragen. Es wurden dort insgesamt  26 Sterbefälle im Werk Gendorf registriert, davon 8  Säuglinge!
 
Fünf Männer starben infolge Unglücksfällen und sechs an Alkoholvergiftung.
 
Dr. Artur Hartung, der verantwortliche Arzt im Werk Gendorf, der auch für das Barackenlager, den Sanitätsbereich und diese Entbindungsstation im Wohn-Barackenlager Gendorf  der Anorgana  zuständig war, schätzte bei der Vernehmung  durch die Amerikaner, dass in dieser Entbindungsstation rund  60 bis 70 Säuglinge zur Welt kamen und davon lediglich zwei bis drei an Unterernährung oder Pneumonie (Lungenentzündung) verstarben.
Tatsächlich sind im Geburtenbuch des Standesamtes Emmerting  61 Geburten von Ostarbeiterinnen eingetragen. Geboren wurde im Wohnlager  der Anorgana vom 30. August 1943 bis zum 5. September 1945. Bei der Geburt war hier grundsätzlich die Hebamme Anna Geisberger aus Hirten dabei.
Die verstorbenen Kinder und Erwachsenen des Lagers Anorgana Gendorf – Gemeindegebiet Emmerting – wurden in Kastl, der zuständigen Pfarrei, begraben.
26 Ausländer –  davon acht Kinder – wurden im Friedhof Kastl laut Sterbebuch Kastl bestattet.
 
 
Foto 2  Dr. Artur Hartung Werkarzt (Foto: OMGUS-Akten BayHStA)
 
 
Die Kinder, die im Juni 1944 in der Entbindungsstation im Lager waren, wurden vermutlich sofort, als die neue  Ausländerkinder-Pflegestätte Burgkirchen  in Betrieb ging, dorthin gebracht. So verstarb dort am 30. Juli 1944 das ukrainische Kind Edmund Duda, das zuvor am 6. April 1944 im Entbindungsheim Lager Gendorf geboren worden war und im Standesamt Emmerting registriert wurde. Der Sterbefall wurde dagegen im Standesamt Burgkirchen a.d.Alz eingetragen. Das Kind wurde dann am 3. August 1944 von Pfarrer Fürstberger in Burgkirchen a.d.Alz begraben.
 
Das Pulverwerk DSC (Deutsche Sprengchemie GmbH) wurde in den Jahren 1938 bis 1941 nördlich von  Kraiburg/Pürten  im Mühldorfer Hart errichtet. Es wurden dazu mehrere Siedlungen erbaut, in denen die vielen Fremd- und Zwangsarbeiter/innen untergebracht wurden. So wurden im sogenannten Steinlager die Männer untergebracht, in den Steinbauten des Frauenlagers die deutschen und französischen Frauen und im sogenannten Holzlager, das aus Holzgebäuden bestand, die Zwangsarbeiterinnen aus Polen, der Ukraine und aus Russland. 5)
Wie oben geschildert musste auf Anweisung der DAF und des Kreisleiters Fritz Schwägerl  für den Landkreis Mühldorf ein Entbindungsheim für schwangere Polinnen und Ostarbeiterinnen errichtet werden. Dieses Heim wurde im Holzlager der DSC Kraiburg gebaut. Dort mussten die Frauen von 1943 bis Sommer 1944 ihre Kinder zur Welt bringen. Da das Holzlager zum Gemeindebereich Pürten gehörte, wurden die Geburts- und Todesfälle im Standesamt Pürten eingetragen.
Nachdem im Sommer 1944 die zentrale Ausländerkinder-Pflegestätte in Burgkirchen a.d.Alz in Betrieb gegangen war, wurden die Kinder dort hingebracht und die schwangeren Frauen mussten künftig dort entbinden.
 
 
Foto 3  Fritz Schwägerl,
NSDAP-Kreisleiter von Mühldorf und Altötting,
 gestorben im Mai 1945 durch Selbstmord
( Foto: Stadtarchiv Mühldorf)
 
 
 
 

Zwangsarbeit in der Landwirtschaft

 
Da die arbeitsfähigen Männer auf den Bauernhöfen überwiegend im Kriegseinsatz an der Front waren, herrschte großer Mangel an Arbeitskräften in der Landwirtschaft. Die Ernährung der Bevölkerung im Deutschen  Reich war bedroht.
Deswegen wurde vom NS-Regime die Zwangsarbeit von jungen Männern und Frauen aus den eroberten Gebieten im Osten, insbesondere aus Polen, Ukraine  und Russland angeordnet und mit großem Zwang  durchgeführt. Von Historikern wird geschätzt, dass 10 bis 20  Millionen Menschen aus dem Osten im Deutschen Reich Zwangsarbeit leisten mussten. 6)
Rund die Hälfte  wurde in der Rüstungsindustrie, die   andere Hälfte  in der Landwirtschaft eingesetzt. Mit keinem anderen nationalsozialistischen Verbrechen waren derart viele Menschen persönlich konfrontiert. Fritz Sauckel, Generalbevoll-mächtigter für den Arbeitseinsatz von 1942 bis 1945 und somit Hauptverantwortlicher für die Zwangsarbeit, wurde als Hauptkriegsverbrecher in den Nürnberger Prozessen am 16. Oktober 1946 durch den Strang hingerichtet.
Für die Gemeinde Dorfen liegt eine Meldung über die Anzahl fremdländischer Arbeitskräfte  im Februar 1944 vor. 7)
Demnach waren  in Dorfen auf  54 Bauernhöfen  47 Ostarbeiter (24 männlich, 23 weiblich) und 17 französische Kriegsgefangene (Männer) in Zwangsarbeit.
Bei 46 Gemeinden im Landkreis Altötting waren somit hochgerechnet rund 2.000 Ostarbeiter/innen in Zwangsarbeit, davon rund die Hälfte Frauen.
Für beide Landkreise Altötting und Mühldorf, die organisatorisch gemeinsam durch den Kreisleiter Fritz Schwägerl verwaltet  wurden, bedeutete dies, dass ungefähr 4.000 Frauen und Männer in der Landwirtschaft im Zwangseinsatz waren.
Genaue Zahlen konnten  in den Archiven nicht ermittelt werden.
 

 

 
 
 Foto 4  Ukrainischer Zwangsarbeiter Frühjahr 1942 mit einem Ochsengespann
  beim Misteinreiben in Reit ( Foto: Privatarchiv  Remmelberger/Reit)
 
 

Die Errichtung der zentralen  Ausländerkinder-Pflegestätte in Burgkirchen

 
Da die Zahl der schwangeren Ostarbeiterinnen und Polinnen  in den Rüstungs-
betrieben  und  insbesondere auf den vielen  Bauernhöfen in  den Landkreisen Altötting und Mühldorf ständig stieg und die Abschiebungen und Schwangerschafts-abbrüche nicht ausreichten, schickte die DAF, die für den Einsatz der Fremd- und Zwangsarbeiter verantwortlich war, immer mehr schwangere Frauen aus dem gesamten  Landkreis Altötting zur Entbindung  ins Wohn- und Barackenlager Gendorf (Gemeindegebiet Emmerting), gegen den erklärten  Willen der Werksleitung!
Es handelte sich hier ja um werksfremde Frauen, für die das Werk Gendorf nicht zuständig war.
 
Deswegen und auf Grund politischer Entscheidungen von Fritz  Sauckel  (Generalbevollmächtigter für den Arbeitseisatz  von Fremd- u. Zwangsarbeitern),  wurde  von der DAF beschlossen, für alle schwangeren Ostarbeiterinnen  und Polinnen der Landkreise Altötting und Mühldorf eine zentrale   größere Entbindungsstation außerhalb des Werkes Gendorf zu errichten.
 
So wurde am 13. März 1944 in Abstimmung mit der Werkleitung der Beschluss gefasst, südlich der Alz  auf dem Gebiet der Gemeinde Burgkirchen a.d.Alz in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof,  etwas nördlich der heutigen Keltenhalle, eine zentrale sogenannte  „Ausländerkinder-Pflegestätte“ zu errichten. Hierzu musste das Werk Anorgana eine vorhandene hölzerne Großbaracke im Lager  auf eigene Kosten abbauen und südlich der Alz wieder  aufbauen. 8)
Die Nähe zu einem Bahnhof war für die Verantwortlichen sehr wichtig, um die Erreichbarkeit der Kinder-Pflegestätte durch die Ausländerinnen zu gewährleisten.
Ab 15. April 1944 stand die Großbaracke auf Burgkirchner  Gemeindegebiet für Entbindungen zur Verfügung.
 
 
 
 
Foto 5  Amerikanisches Luftaufklärungsbild mit der Ausländerkinder-Pflegestätte  vom 23.Mai 1944 (Gemeindearchiv Burgkirchen a.d.Alz)
 
 
 

Wer trug die Verantwortung  in  der Ausländerkinder-Pflegestätte?

 
Die Verantwortung der neuen Kinder-Pflegestätte lag vor allem bei der DAF (Kreisobmann Georg Schmid) und dem Landrat von Altötting. Die Leiter der Pflegestätte wurden vom Landrat, NSDAP-Kreisleiter Fritz Schwägerl  und Georg Schmid bestellt, ebenso die verantwortlichen Ärzte und das gesamte Pflegepersonal. Die Pflegerinnen waren grundsätzlich ukrainische Zwangsarbeiterinnen. Es durfte  laut Himmler kein deutsches Personal dort arbeiten.
Landrat von Altötting war von 1942 bis 28...April 1945  Dr. Josef Kehrer (anfangs nur Stellvertreter, ab seinem Tod bis Kriegsende Dr. Beinhardt).
 
Das Werk Anorgana hatte laut Verhörprotokoll von Dr. Hartung dort keine direkte Verantwortung!   9)
Aufforderungen von Dr. Hartung, die Missstände in der Pflegestätte abzustellen oder zu verbessern, wurden von der DAF und dem Landrat kategorisch abgelehnt.
Werksarzt  Dr. Hartung wurde  vom Landrat  und der DAF  gegen seinen Willen  zur ärztlichen Betreuung bestimmt, bis die Pflegestätte ab Oktober 1944  einen eigenen  Arzt  erhielt, der aus der Ukraine hierher  verschleppt worden war  (Dr. Michael Holowatschenko). Der Ukrainer  verantwortete bis Kriegsende zusammen mit dem Leiter  der Pflegestätte und dem DAF-Obmann die unmenschlichen Zustände, die zum  Tod von 159 Kindern führten. 10)
In einer Aktennotiz vom 14. März 1944 über eine Besprechung  im Werk Gendorf zum Heim Ausländerkinder wurde genau die Verantwortung in der Pflegestätte festgehalten:
„Hinsichtlich der Organisation wird von Werkleiter Dr. Wittwer festgestellt, das Heim ist nicht eine ANORGANA-Einrichtung, sondern wie der Kreisobmann Schmid bestätigt, eine Einrichtung des Kreises, die auf Anfordern der Partei und unter deren Oberleitung vom Landrat geschaffen wird.
Die Beaufsichtigung des möglichst bald zu öffnenden Heimes liegt dem Landrat ob! Er stellt auch die Heimleiter und das sonst etwa nötige Verwaltungspersonal. Im Übrigen handelt er im engeren Einvernehmen mit der Kreisgruppe der NSV (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt) bzw. der Kreisleitung.“
Die Leiter der Pflegestätte waren:
Sofie Stippler, Krankenschwester,  von  Juni bis August 1944
Matthias Ottmann, NS-Parteifunktionär, von September 1944 bis Mai 1945
 
Das Personal jeder Pflegestätte  bestand auf Anweisung von Himmler aus osteuropäischen Zwangsarbeiterinnen. So stammten in Burgkirchen  die Pflegekräfte aus Polen und der Ukraine. Der verantwortliche Arzt Dr. Michael Holowatschenko kam aus der Ukraine, eine zweite Ärztin, die von November 1944 bis Januar 1945 ebenfalls in der Pflegestätte mithelfen musste, stammte aus Russland. 11)
Während im Entbindungsheim der Anorgana Gendorf die Mithilfe einer deutschen Hebamme die Regel darstellte, war dies in der Ausländerkinder-Pflegestätte grundsätzlich verboten.
  
 
 
Foto 6   Ausländerkinder-Pflegestätte  vom 18.6.1945
(Foto: James R. Hoffman, OMGUS-Akten BayHStA)
 
  

Wer trug die Betriebskosten der Pflegestätte?

 
Die Betriebskosten der zentralen Ausländerkinder-Pflegestätte mussten laut. Landrat alle Kommunen der Landkreise Altötting und Mühldorf entsprechend der Anzahl ihrer Einwohner tragen, so musste die Gemeinde Burgkirchen für ein Jahr  128,10  Reichsmark bezahlen.  12)
 
 

Über die in der Ausländerkinder-Pflegestätte geborenen Kinder und ihre Mütter

 
Wertet man die amtlichen Einträge im Sterbebuch und Geburtenbuch des Standesamtes Burgkirchen a.d.Alz  1944/45 aus – also ohne die Kinder, die in der Entbindungsstation im Werk-Wohnlager auf Emmertinger Gemeindegebiet geboren wurden –   so ergibt sich folgendes Bild:  13)
Von Juli 1944 bis Mai 1945 starben laut Eintragungen im Sterbebuch des Standesamtes Burgkirchen a.d.Alz 159 Kinder in der Ausländer-Pflegestätte.
 
a) Nationalität der Mütter:
 
Die Mütter dieser Säuglinge stammten zu 48 % aus Polen, zu 35 % aus der Ukraine, zu 13 % aus Russland und zu rund 4 % aus anderen europäischen Ländern, wie Frankreich, Griechenland und Bulgarien.
 
b) Berufe der Mütter
 
Überraschenderweise waren 74 % der Mütter in der Landwirtschaft als landwirtschaftliche Arbeiterinnen beschäftigt!
Nur 21 % der Mütter waren in Rüstungsfabriken und Betrieben als Fabrikarbeiterin oder Betriebsarbeiterin im Einsatz. Lediglich 5 % gaben als Beruf Haushaltsgehilfin, Putzerin oder Küchenhilfe an.
An den Zahlen kann man den überragenden Stellenwert der Ostarbeiterinnen in der Landwirtschaft sehen. Da auf jedem Hof fast alle Männer und Söhne im Krieg waren, mussten Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen,  überwiegend aus dem eroberten Osten, deren  Arbeiten verrichten.
 
c) Wohnort der Mütter
 
Auffallend ist, dass 61 % der Mütter den Landkreis Mühldorf als Wohnort angaben und nur 39 % in Gemeinden des Landkreises Altötting wohnten.
Vermutlich war dies in der  stärkeren landwirtschaftlichen Prägung des Landkreises  Mühldorf  und dem Einsatz im Rüstungsbetrieb Kraiburg begründet.
Die Betriebsarbeiterinnen der Wackerwerke Burghausen entbanden nur zum Teil in der Pflegestätte Burgkirchen, der Großteil brachte die  Kinder im Wackerwerk zur Welt. 14)
 
 
 
 
Foto 7  Matthias Ottmann, Leiter der Ausländerkinder-Pflegestätte von Sept. 1944 bis Mai 1945 (Foto: OMGUS-Akten BayHStA)
 
 
Foto 8  Georg Schmid, Kreisobmann DAF Altötting 1939 bis 1945 (Foto: OMGUS-Akten BayHStA)
 
 
 
d) Alter der Mütter
 
Wie aus einer Aufstellung der Gemeinde Dorfen hervorgeht, wurden die meisten jungen Frauen aus Polen  in den Jahren 1941 bis 1942 gewaltsam  nach Deutschland verschleppt. Sie hatten damals meist ein Alter von 15 bis 23 Jahren.
 
e) Geschlecht der Kinder
 
Von den verstorbenen Kindern waren 53 % Buben und 47 % Mädchen.
 
f) Sterbealter der Kinder
 
Von der Betriebsaufnahme im Juli 1944 bis Dezember 1944 verstarben 78 Kinder. Ihr Durchschnittsalter betrug 4,1 Monate. Ab Januar 1945 bis Kriegsende reduzierte sich das durchschnittliche Alter auf 2,5 Monate. Die letzten geborenen Kinder starben in der Regel im Alter von einem  Monat.
 
Drei Kinder starben bereits bei der Geburt (Totgeburt).
Es gab auch einige Kinder, die das Martyrium  in der Pflegestätte mehr als ein Jahr erdulden mussten, bevor sie starben.
 
Am längsten lebten folgende Kinder:
Alois K. 14 Monate, Anatoli K. 13 Monate und Helmut J. 11 Monate.
 
 
Überraschenderweise und vermutlich falsch gibt Pfarrer Fürstberger bei zwei Mädchen  folgendes  Alter an:
Olga Dajiltko  1 Jahr 4 Monate (lt. Standesamt aber nur 4 Monate) und
Irena Gusta    6 Jahre 10 Monate (lt. Standesamt aber nur  6 Monate).
 
g) Todesursache der Kinder
 
Nach Aussage von Dr. Artur Hartung, Werksarzt im Lager des Werkes Gendorf, wurde der Tod eines Kindes von einem Leichenbeschauer namens Roman Bauer, ein approbierter Bader aus Burghausen, bestätigt und die Todesursache festgelegt. Anschließend stellte der Leiter der Ausländerkinder-Pflegestätte einen Todesschein aus, der durch einen Boten an die Gemeindeverwaltung Burgkirchen a.d.Alz zwecks Eintragung in das Sterbebuch des Standesamtes gebracht wurde. Dort wurden die Personalien der Mutter und des Kindes vom Standesbeamten, meist war es der Erste Bürgermeister Engelbert Auer (Bürgermeister von 1937 bis 1944), gewissenhaft in das Sterbebuch eingeschrieben. Ähnlich verhielt es sich bei den Geburten, die per Geburtsschein von der Verwaltung der Pflegestätte an das Standesamt gemeldet wurden.
 
Von den 169 Todesursachen (es waren auch Mehrfachnennungen üblich) wurden folgende am häufigsten angegeben:
 
20 % Darmkatharr
18 % Magenkatharr
12 % Rachitis
11 % Lungenentzündung
10 % Verdauungsstörungen
  9 % Herzschwäche.
 
Als weitere Todesursachen wurden vereinzelt angegeben:
Allgemeinde Lebensschwäche, Bronchitis, Diphterie, Ernährungsstörungen, Durchfall, Masern, Lungen-Abszesse, Epilepsie,  Angina und Erfrierung
 
Ob die Todesursachen richtig angegeben wurden oder nur geschätzt oder absichtlich falsch von der Verwaltung der Pflegestätte mitgeteilt wurden, kann in Frage gestellt werden.
 

 
Foto 9   Kindergrab Burgkirchen 2018 (Foto: Alois Remmelberger, Burgkirchen a.d.Alz)
 
 

Zusammenfassung

 
Die Ausländerkinder-Pflegestätte Burgkirchen steht stellvertretend für rund 400 bis 500 solcher Pflegestätten im gesamten Deutschen Reich  in den Jahren 1944/45.
Sie ist ein Ergebnis der groß angelegten Zwangsarbeit von Menschen aus den eroberten Ländern im Osten im Nationalsozialismus.
Nach Schätzungen  sollen dort  100.000 bis 200.000 Kinder zu Tode gekommen sein.
 
Der Autor des Artikels hat in Zusammenarbeit mit zwei Schulklassen der Mittelschule Burgkirchen im  Mai  2019 ein Mahnmal bei der Keltenhalle –  also in unmittelbarer Nähe des Standortes der ehemaligen  Ausländerkinder-Pflegestätte  –  errichtet.
Auf dem Mahnmal wird die Geschichte der Zwangsarbeit und der  Ausländerkinder-Pflegestätte in Burgkirchen mit Bildern dargestellt. Neben dem Mahnmal ist ein Gedenkstein zur Erinnerung an alle Opfer der Zwangsarbeit in den Landkreisen Altötting und Mühldorf.
 
 
 
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Anmerkungen/Literatur/Quellen

 
1  Huber Christiane, Künstlerin München, hat in der Projektwoche „Ein Dorf philosophiert“  vom 12. bis 16. September 2018 das Thema Zwangsarbeit in der Landwirtschaft thematisiert und mit den Dörfern Asten, Halsbach und Dorfen  aufgearbeitet.
Der Autor des Artikels hat dazu  am 12. September 2018 den Eröffnungsvortrag  im Bürgerzentrum Burgkirchen  gehalten.
 
2  Jungblut Peter: Tod in der Wiege. Die Geschichte des Fabrikstandortes Gendorf von 1939 bis 1945, Altötting 1989.
ebenso: Rein strategische Gesichtspunkte. Gendorf 1939 – 1945. Eine Orts-geschichte, Berlin 2002.
Univ.-Prof. a.D. Volker Fadinger, Althistoriker an der FU Berlin, forscht ebenfalls seit Jahren an der Geschichte des Werkes Anorgana und der Ausländerkinder-Pflegestätte
3 Gemeindearchiv Burgkirchen: Schreiben  LRA AÖ Nr. 4356/5624 Gemeinde Dorfen.
 
4  Staatsarchiv München:  LRA Mühldorf  135116. Freundliche Mitteilung von Herrn Edwin Hamberger, Stadtarchivar Mühldorf.
 
5  Kesselgruber Gertraud: Die Arbeitskräfte der DSC und das Kriegsende, in: Waldkraiburg schaut zurück. Geschichte einer jungen Stadt, Seite 116 bis 129, Waldkraiburg 2009. Freundliche Mitteilung von Konrad Kern, Stadtarchivar Stadt Waldkraiburg.
 
6  Wikipedia:  NS-Zwangsarbeit, 31.10.2018.
 
7  Gemeindearchiv Burgkirchen:  Schreiben vom 22.2.1944, Gemeinde  Dorfen.
 
8  Gemeindearchiv Burgkirchen:  Schreiben vom 6. März 1944 der NSDAP-Kreisleitung  und  Aktenvermerk vom 14. März 1944 der Werkleitung der ANORGANA Gendorf.
 
9   Staatsarchiv München: Spruchkammerakte Dr. Hartung  Nr. K 3751.
In  der Spruchkammer Altötting unter Vorsitz von  Max Heydemann  wurde 1946 die Verantwortung von Dr. Hartung an den Verbrechen im Werk Anorgana und in der Ausländerkinder-Pflegestätte genau untersucht.
Aufgrund der vorliegenden Entlastungsschreiben  und Zeugenaussagen (SPD-Vorsitzender Helmer  bescheinigte dem Werkarzt „als Arzt und Mensch stets einwandfrei gearbeitet zu haben“)  wurde Dr. Hartung vom Vorsitzenden am 17.12.1946 laut Artikel 12 als „Mitläufer in Gruppe III“ eingestuft. Als Sühnemaßnahme  wegen einer moralischen Schuld  an den Verbrechen in der Ausländerkinder-Pflegestätte  musste Dr. Hartung einen einmaligen Sonderbeitrag in Höhe von 2.000 Reichsmark in den Wiedergutmachungsfond zahlen. In der Begründung wurde ihm ein einwandfreies Verhalten, anständige Gesinnung und Handlungsweise gerade den Ausländern gegenüber bestätigt.
 
10  Bayerisches Hauptstaatsarchiv:  OMGUS-Akten Film 123a/5 vol 1.
 
11  Wie Anmerkung 10, Verhörprotokolle Stippler und Ottmann.
 
12  Gemeindearchiv Burgkirchen: Schreiben vom 28.8.1944 des Landrates von Altötting.
 
13  Gemeindearchiv Burgkirchen  Standesamts-Bücher  Burgkirchen.
Da die Geburten und Todesfälle laut Gesetz schriftlich dem Standesamt Burgkirchen a.d.Alz anzuzeigen waren –  während die Meldungen an den hiesigen Pfarrer Fürstberger vermutlich nur mündlich  erfolgten –  wurden für den vorliegenden Aufsatz  nur die Daten des Standesamtes Burgkirchen a.d.Alz zu Grunde gelegt.
Einige Eintragungen im Sterbebuch der Pfarrei Burgkirchen a.d.Alz, wo die meisten Kinder auch begraben wurden, widersprechen den Eintragungen im Standesamt Burgkirchen a.d.Alz bezüglich Vorname, Familienname und teilweise im Sterbetag.
Sieben  Todesfälle fehlen in den Pfarrbüchern gänzlich.
Das würde heißen, dass sieben Kinder nicht im Friedhof  St. Johann begraben wurden.
Das Grabmal  Kindergrab  bei  St. Johann  gibt  nur 151 begrabene Kinder aus der  Kinder-Pflegestätte Burgkirchen an.
Pfarrer  Fürstberger übergibt jedoch  beim Verhör den Amerikanern eine gesiegelte Liste vom 20. Juni 1945  mit 152  Kindernamen  und  genauem Sterbedatum.
Im Sterbebuch des Standesamtes Burgkirchen a.d.Alz von  Juni 1944 bis Mai 1945 sind genau  159 verstorbene Ausländerkinder  vorgetragen.  
Laut Geburtsbuch der Pfarrei Kastl wurden 14 ausländische Kinder zwischen 1943 und 1945 im Barackenlager des Werks Gendorf auf Emmertinger Gemeindegebiet geboren. Laut Sterbebuch der Pfarrei Kastl wurden aus dem Lager ANORGANA Gendorf  von 1943 bis 1944 26 Personen bestattet, davon acht Kinder.
Diese Zahlen stimmen mit den Eintragungen des zuständigen Standesamtes Emmerting überwiegend überein.
 
14  Dietmar Grypa nennt in seinem Buch „Fremdarbeiter und Kriegsgefangene im Werk Burghausen der Dr. Alexander Wacker Gesellschaft für elektronische Industrie“, erschienen 2014 als 55. Folge der Burghauser Geschichtsblätter, namentlich drei Ostarbeiterinnen, die angeblich in Gendorf/Burgkirchen entbanden. Diese Geburten sind jedoch nicht  im Standesamt Burgkirchen  eingetragen.

 

Dank

 
Mein besonderer Dank gilt den Mitarbeitern im Archiv des Bistums Passau und im Stadtarchiv Mühldorf für die freundliche Unterstützung.
 

 

Anlagen

Liste aller in der Ausländerkinder-Pflegestätte Burgkirchen verstorbenen Kinder  1944 bis 1945

ISMS - Informationssicherheitsmanagementsystem

 

IT-Grundschutz-Profil

Basis-Absicherung Kommunalverwaltung

Der Schutzbedarf von Daten und Geschäftsprozessen in einer Kommunalverwatlung ist als hoch zu bewerten. Insbesondere bei der Verarbeitung von personenbezogenen Daten. Um diese Verarbeitung abzusichern und ein dem Stand der Technik angemessenes Sicherheitsniveau zu erreichen, ist die Umsetzung zusätzlicher Anforderungen im Rahmen eines IT-Grundschutz-Profils (Basis-Absicherung Kommunalverwatlung) vorgesehen.

BSI-Bund - IT-Grundschutz-Profil / Basis-Absicherung Kommunalverwaltung (2019)

BSI-Bund - IT-Grundschutz-Profil / Umsetzungshinweise (2019)

Mikrozensus 2019


 

PRESSEMITTEILUNG


München, den 09. Januar 2019
 

 

Mikrozensus 2019 im Januar gestartet

Interviewer bitten um Auskunft

 
Auch im Jahr 2019 wird in Bayern wie im gesamten Bundesgebiet wieder der Mikrozensus, eine amtliche Haushaltsbefragung bei einem Prozent der Bevölkerung, durchgeführt. Nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik werden dabei im Laufe des Jahres rund 60 000 Haushalte in Bayern von besonders geschulten und zuverlässigen Interviewerinnen und Interviewern zu ihrer wirtschaftlichen und sozialen Lage sowie in diesem Jahr auch zu ihrer Krankenversicherung befragt. Für den überwiegenden Teil der Fragen besteht nach dem Mikrozensusgesetz Auskunftspflicht.

 

Weitere Informationen finden Sie hier:

Mikrozensus 2019

Defibrillatoren in Burgkirchen a.d.Alz

Der sogenannte "plötzliche Herztod" stellt die Todesursache Nummer 1 in der westlichen Welt dar. Alleine in Deutschland sterben jährlich weit über 100.000 Menschen außerhalb von Krankenhäusern an einem plötzlichen Versagen der Herzfunktion. Für Bayern heißt das grob geschätzt: Etwa jede halbe Stunde erliegt ein Mitbürger dem plötzlichen Herztod.

Die effektivste Maßnahme, um Patienten mit Herzversagen erfolgreich wiederzubeleben ist die Durchführung einer sogenannten Defibrillation innerhalb weniger Minuten nach Eintritt des Herzstillstandes. Mit einem Elektroschock auf das Herz soll ein Herzrhythmus in Gang gesetzt und der Blutkreislauf sowie die lebensnotwendige Versorgung vor allem des Gehirns mit Sauerstoff reaktiviert werden.

(Textauszug aus www.stmi.bayern.de - Stand April 2018)

 

Standorte öffentlich zugänglicher Defibrillatoren in Burgkirchen a.d.Alz:

  1. Bürgerzentrum (im Foyer)


  2. Eingangsbereich der Turnhalle im Alzstadion


  3. Schulturnhalle Gendorf (für die Herzsportgruppe)


  4. Freibad (Sanitätsraum)


  5. VR meine Raiffeisenbank im SB-Bereich

Zusätzlich: Freiwillige Feuerwehr Burgkirchen und Freiwillige Feuerwehr Dorfen jeweils im Einsatzfahrzeug

 

 

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